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6, 8 oder 10 METs? So lesen Sie das Ergebnis Ihres Belastungstests

Der MET-Wert im Befund gibt Ihre höchste Belastung an, als Vielfaches von 3,5 ml Sauerstoff pro Kilogramm und Minute. Beobachtungsstudien bringen je nach Gruppe Werte ab 6, 8 oder 10 METs mit geringeren Risiken in Verbindung. Leitlinien-Ziele sind das nicht.

Die MET-Zahl in Ihrem Befund beschreibt die höchste Belastung, die Sie im Test erreicht haben. Ein MET entspricht per Konvention 3,5 Millilitern Sauerstoff pro Kilogramm Körpergewicht und Minute. 8 METs bedeuten also rund 28 ml/kg/min. Was „gut genug“ ist, hängt von Ihrer Situation ab. Studien nennen Schwellen zwischen 6 und 10 METs. Das sind Werte aus Beobachtungsstudien, keine Zielwerte im Sinne einer Leitlinie.

So rechnen Sie METs in VO2 um

Die Formel lautet: METs × 3,5 = Sauerstoffaufnahme (VO2) in ml/kg/min. Umgekehrt teilen Sie einen VO2-Wert durch 3,5.

| METs | VO2 (ml/kg/min) | Bezug in Studien | |---|---|---| | 5 | 17,5 | – | | 6 | 21,0 | „fit“ bei Typ-2-Diabetes | | 7 | 24,5 | – | | 7,5 | 26,2 | mögliche Schwelle fürs Altern (Männer 65–72) | | 8 | 28,0 | Beginn des Bereichs beim plötzlichen Herztod | | 10 | 35,0 | Ende dieses Bereichs |

Rechenbeispiel (abgeleitete Werte): Ihr Befund nennt 7 METs. 7 × 3,5 ergibt 24,5 ml/kg/min. Damit liegen Sie über der Diabetes-Schwelle von 6 METs. Bis 26,2 ml/kg/min fehlen rund 1,7 ml/kg/min, also etwa ein halbes MET.

Warum der Standard bei Älteren oft nicht passt

Die 3,5 ml/kg/min sollen den Verbrauch in Ruhe abbilden. Eine Querschnittsstudie maß ihn bei 58 Menschen ab 60 Jahren. Dort lag er im Schnitt bei nur 2,3 ml/kg/min. Der Ruhewert hing stärker mit der Fitness zusammen als mit Körpergröße oder Fettanteil. Weniger Fitte haben demnach eher einen niedrigeren Ruhewert. Für Sie heißt das: Die MET-Zahl im Befund ist eine Standardeinheit, kein Vielfaches Ihres persönlichen Ruheverbrauchs. Für den Vergleich mit Studien zu Belastungstests eignet sie sich trotzdem, denn diese nutzen in der Regel dieselbe Konvention.

Stimmt das?
Bei Älteren liegt der Ruheverbrauch oft unter 3,5 ml/kg/min
Viele glauben
Ein MET entspricht bei jedem Menschen dem eigenen Ruheverbrauch von 3,5 ml/kg/min.
Stimmt so nicht
In einer Studie mit 58 Menschen ab 60 Jahren lag der gemessene Ruheverbrauch im Schnitt bei 2,3 ml/kg/min. Er hing stärker mit der Fitness zusammen als mit Körpergröße oder Fettanteil.
Quelle: Venturini G 2026, Journal of aging research

Welche Schwellen die Studien nennen

Typ-2-Diabetes: Eine Kohortenstudie begleitete 866 Menschen mit Typ-2-Diabetes nach einem Belastungstest. Ab 6 METs galten sie als fit. Über im Median 8,9 Jahre war ihre Sterblichkeit um 41 bis 43 % geringer. Das galt mit und ohne verdickten Herzmuskel.

Plötzlicher Herztod: Eine narrative Übersichtsarbeit fasst Kohortenstudien und Metaanalysen zusammen. Demnach gehen 8 bis 10 METs mit einem um 40 bis 50 % geringeren Risiko einher.

Biologisches Altern: Eine Studie untersuchte 144 japanische Männer von 65 bis 72 Jahren. Ein Wert von 26,2 ml/kg/min trennte dort Männer mit langsamerem epigenetischem Altern von den übrigen. Das entspricht etwa 7,5 METs. Der Zusammenhang war schwach (r = −0,16). Als Normwert gleichaltriger Männer nennen die Autoren 22,7 ml/kg/min.

Alle drei Arbeiten haben Evidenzgrad 3: Beobachtungsdaten, keine randomisierten Studien.

So nutzen Sie Ihren Befund

1. Fragen Sie nach, ob der Sauerstoff gemessen wurde (Spiroergometrie) oder ob die METs aus Watt oder Laufbandstufe geschätzt sind. 2. Steht im Befund nur eine Wattzahl, bitten Sie um die Umrechnung in METs. 3. Rechnen Sie den Wert mit der Tabelle in ml/kg/min um. 4. Wählen Sie die passende Vergleichsgruppe: Bei Typ-2-Diabetes ist es die 6-METs-Schwelle, beim Herzschutz allgemein der Bereich von 8 bis 10. 5. Besprechen Sie das Ergebnis mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Das gilt besonders bei Vorerkrankungen, bei Medikamenten wie Betablockern und vor intensiverem Training. 6. Vergleichen Sie spätere Tests nur, wenn sie unter gleichen Bedingungen gemacht wurden.

Was die Daten nicht zeigen

Alle Schwellen beschreiben Zusammenhänge, keine Ursachen. Die Übersichtsarbeit nennt selbst offene Fragen: Es fehlen Studien zur Ursächlichkeit, die optimalen Schwellen sind unklar, ebenso Effekte nach Alter und Geschlecht. Die Altersstudie umfasste nur Männer, für Frauen fehlt ein solcher Wert. Die Studie zum Ruheverbrauch bestand zu 79 % aus Frauen einer Region. Ein Wert unter einer Schwelle ist keine Diagnose. Er ist ein Anlass, mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt über Bewegung zu sprechen.

Kernaussagen

  • METs × 3,5 ergibt die Sauerstoffaufnahme in ml/kg/min; 8 METs entsprechen rund 28 ml/kg/min.
  • Bei über 60-Jährigen lag der gemessene Ruheverbrauch im Schnitt bei 2,3 statt 3,5 ml/kg/min. Die MET-Zahl im Befund ist also eine Standardeinheit.
  • Typ-2-Diabetes: Ab 6 METs war die Sterblichkeit in einer Kohortenstudie um 41–43 % geringer.
  • Plötzlicher Herztod: 8–10 METs gehen laut einer Übersichtsarbeit mit 40–50 % geringerem Risiko einher.
  • 26,2 ml/kg/min (≈ 7,5 METs) gelten als mögliche Schwelle für langsameres epigenetisches Altern bei Männern von 65 bis 72 Jahren.
  • Alle Schwellen stammen aus Beobachtungsstudien und sind keine Leitlinien-Ziele.

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Belege (4)

Open-Access-Publikationen mit offener Lizenz, direkt verlinkt.

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Quellen aus Europe PMC, ausschließlich CC0, CC BY oder CC BY-SA. Der redaktionelle Text ist eine eigene Formulierung, keine Übernahme aus den Originalarbeiten.

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