Krafttraining zu Hause mit Gummiband oder per Video: Reicht das?
Für den Einstieg ja: Zwei kleine Studien zeigen messbare Fortschritte durch Training im Wohnzimmer. Ob es genauso viel bringt wie das Fitnessstudio, hat keine der beiden geprüft.
Für den Einstieg reicht Training zu Hause, ob mit Gummiband oder per Videokurs. Zwei kleine Studien aus dem Jahr 2026 zeigen Fortschritte bei Kraft, Gehtempo und Muskelmasse. Ob das Training genauso viel bringt wie das Fitnessstudio, hat allerdings keine der beiden geprüft. Verglichen wurde jeweils mit Menschen ohne Trainingsprogramm. Die Evidenz ist niedrig, die Richtung der Ergebnisse aber stimmig.
Gummiband: kleine Studie, klare Tendenz
In einer randomisierten kontrollierten Studie mit 31 Älteren mit möglicher Sarkopenie trainierten 14 Personen 24 Wochen lang mit dem Gummiband. Sarkopenie meint den altersbedingten Verlust von Muskelmasse und Kraft. Die Kontrollgruppe umfasste 17 Personen. Laut der Studie verbesserte sich die Trainingsgruppe beim Gehtempo, bei der Armkraft, im 2-Minuten-Stepptest und im Aufsteh-und-Geh-Test.
Auch die Darmflora veränderte sich in dieser Studie: Zwei Bakteriengattungen nahmen ab, die Gattung Bacillus nahm zu. Das ist ein Nebenbefund. Ob er gesundheitlich zählt, lässt sich aus so wenigen Teilnehmenden nicht ableiten. Als Argument fürs Training taugt er nicht.
Videokurs: Muskelzuwachs, aber viele Abbrecher
In einer quasi-experimentellen Studie aus Mexiko trainierten Menschen zwischen 60 und 74 Jahren sechs Monate lang per Videoanruf. Laut Studienprotokoll übten sie viermal pro Woche je 60 Minuten unter Anleitung, entweder Tai Chi oder Krafttraining. Beide Gruppen legten in dieser Studie gegenüber der Kontrollgruppe an Skelettmuskelmasse zu. Ihr Fettanteil sank im Vergleich zur Kontrollgruppe um rund 4 bis 5 Prozentpunkte.
Ausgewertet wurden in der Fernkurs-Studie nur die 65 Personen, die bis zum Ende dabeiblieben. In allen drei Gruppen brach knapp die Hälfte ab, nämlich 46 bis 48 Prozent. Echt zufällig verteilt war das nicht: Die Kontrollgruppe hatte sich selbst ausgewählt.
Was die Daten nicht zeigen
Keine der beiden Studien vergleicht Heimtraining mit dem Fitnessstudio. Die Gruppen sind sehr klein. Die Autoren der Fernkurs-Studie halten ihre Ergebnisse selbst nicht für verallgemeinerbar. Wer durchhielt, war womöglich ohnehin motivierter oder gesünder. Das kann die Ergebnisse besser aussehen lassen. Die Teilnehmenden im Fernkurs hatten zudem stabiles WLAN und kein erhöhtes Sarkopenie-Risiko.
Haben Sie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Gelenkbeschwerden oder Osteoporose, besprechen Sie den Start bitte vorher ärztlich. Das gilt auch, wenn Sie regelmäßig Medikamente nehmen.
So halten Sie durch
Als häufigste Abbruchgründe nennt die Fernkurs-Studie Probleme mit dem Internet und mit den Geräten. Daraus ergeben sich einfache Schritte:
- Technik vorab testen: Kamera, Ton und WLAN einmal in Ruhe ausprobieren, bei Bedarf mit Hilfe.
- Feste Termine eintragen, so verbindlich wie einen Arzttermin.
- Mit Anleitung beginnen: Im Fernkurs leiteten geschulte Trainer die Einheiten.
- Ein leichtes Band wählen und erst steigern, wenn die Übungen sauber gelingen.
- Fortschritt notieren: Halten Sie einmal im Monat fest, wie viele Wiederholungen Sie schaffen.
Ein Rechenbeispiel: Das Programm der Fernkurs-Studie umfasste 240 Minuten pro Woche. Über sechs Monate sind das gut 100 Einheiten. Wer zunächst zweimal 30 Minuten schafft, beginnt bei einem Viertel und steigert langsam. Das ist eine Einstiegshilfe, kein Studienergebnis.
Kernaussagen
- Zwei kleine Studien zeigen Fortschritte durch Heimtraining im Vergleich zu keinem Training, nicht im Vergleich zum Fitnessstudio.
- 24 Wochen Gummiband-Training verbesserten bei Älteren mit möglicher Sarkopenie Gehtempo, Armkraft, Stepptest und Aufsteh-und-Geh-Test.
- Im mexikanischen Fernkurs legten Tai Chi und Krafttraining an Muskelmasse zu, der Fettanteil sank um rund 4 bis 5 Prozentpunkte.
- Die Evidenz ist niedrig: sehr kleine Gruppen, keine echte Randomisierung im Fernkurs, 46–48 % Abbrecher.
- Die Veränderungen der Darmflora sind ein Nebenbefund, kein Grund fürs Training.
- Entscheidend ist das Durchhalten: Technik testen, feste Termine, Anleitung, langsam steigern.
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The effect of elastic-band resistance training on fecal microbiota and derived metabolites of aged individuals with possible sarcopenia
Abstract
<h4>Background</h4>Individuals with possible sarcopenia exhibit altered microbiota profiles and poor intestinal metabolism. Exercise training is linked to changes in gut microbiota and has been proposed to enhance the quality of aging skeletal muscle.<h4>Aims</h4>In older adults with possible sarcopenia, the study aimed to determine if elastic-band resistance training modulates gut microbiota and its generated metabolites and investigate the underlying relationships with physical function.<h4>Methods</h4>Thirty-one volunteers with possible sarcopenia were randomly assigned to either the control group (CG, <i>n</i> = 17) or the intervention group (RG, <i>n</i> = 14), which underwent 24 weeks of elastic-band resistance training. Physical function, body composition, and blood and fecal samples were collected from each patient at baseline and 24 weeks. Enzyme-linked immunosorbent assay (ELISA) was used to evaluate protein metabolism regulatory factors, targeted metabolomics was used to quantify short-chain fatty acid (SCFA) levels, and metagenomic sequencing was used to analyze the composition of the fecal microbiota.<h4>Results</h4>The gait speed (GS), arm curl test (ACT), 2-min step test (2MST), and timed up-and-go test (TUGT) all showed notable improvements in the RG. The RG also showed lower serum levels of tumor necrosis factor-<i>α</i> (TNF-α) and higher plasma concentrations of acetate and propionate. Following the intervention, the RG displayed decreased abundances of <i>
Effect of Remote Tai Chi Training vs. Strength Training on Muscle Mass and Grip Strength in Older Mexican Adults in the Context of the COVID-19 Pandemic
Abstract
Tele-exercise (TEF) is an option for maintaining the vitality of people who have difficulty exercising outside the home and in confinement situations. The aim of the present study was to determine the effect of TEF in Tai Chi (TC) compared to Strength Training (ST) on muscle mass and strength in older Mexican adults. The effect was measured in the following groups: (i) TC Group (TCG) n = 22; (ii) ST Group (STG) n = 22; and (iii) Control Group (CG) n = 21. Skeletal muscle mass (SMM), Skeletal Muscle Mass Index (SMMI), FM (%) (percentage of fat mass), handgrip strength (HS), and sit-stand test (SST) were assessed before and after the intervention. The data presented comes from a per-protocol design and only include the results of people who completed the study. An ANCOVA was performed and the mean difference (MD) was estimated with a 95% confidence interval (CI). The effect size was also calculated using the partial squared eta (η<sup>2</sup>p). A high percentage of study dropout was observed in all three groups (TCG, 20/42 = 48%; STG, 19/41 = 46%; CG, 19/40 = 47%). Both TCG and STG showed an increase respect CG in SMM (TCG: MD = 1.79, CI 0.71, 2.88; STG: MD = 1.10, CI 0.18, 2.02, <i>p</i> < 0.01) and SMMI (TCG: MD = 0.73, CI 0.28, 1.19; STG: MD = 0.40, CI 0.05, 0.77, <i>p</i> < 0.01). Likewise, they showed a significant decrease in FM (%) (TCG: MD -4.81, CI -8.17, -1.44; STG: MD = -3.99, CI -6.84, -1.13, <i>p</i> < 0.01). Regarding the effect size, it was observed large statis
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Medizinische Prüfung: Dr. med. Anna Reuter, Fachärztin für Innere Medizin, 19. Juni 2026.
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