Herz & Kreislauf
Blutdruck, Blutfette und Gefäße: was das Herz-Kreislauf-Risiko bestimmt und wie man es senkt.

Wie tief soll der Blutdruck sein? Zielwerte nach Alter und Vorgeschichte
Europäische Leitlinien nennen für Behandelte 120 bis 129 mmHg als oberen Wert – und eine Metaanalyse spricht auch ab 75 für ein Ziel unter 130. Was für wen gilt und was ein Belastungstest zusätzlich verrät.

Ist sehr niedriges LDL gefährlich? Eine US-Studie eingeordnet
Aus dieser Studie lässt sich das nicht ableiten. Sie zeigt einen statistischen Zusammenhang, aber keinen Grund, eine verordnete Lipidsenkung zu beenden.

Omega-3 bei Gewicht, Zucker und Fettleber: was Sie realistisch erwarten können
Beim Gewicht und beim Langzeitzucker sind die Effekte am Menschen klein, bei den Blutfetten deutlich besser belegt. Die wichtigsten Fragen und eine Checkliste vor dem Kauf.

Sauna und Demenz: Was die finnische 39-Jahre-Studie zeigt – und was nicht
Wer etwa dreimal pro Woche in die Sauna ging, erkrankte in einer finnischen Kohorte seltener an Demenz. Sehr heiße Saunen über 100 °C schnitten dagegen schlechter ab.

Von 3.000 auf 7.000 Schritte: ein Acht-Wochen-Plan für Wenig-Aktive
Den größten Gewinn haben Menschen, die bisher wenig gehen: Schon 4.000 bis 4.500 Schritte am Tag brachten in einer großen Kohorte die Hälfte des möglichen Vorteils. So steigern Sie sich in 1.000er-Etappen.

Schritte und Schlafrhythmus: Warum Ihr Stoffwechsel beides zusammen spürt
Wer wenig geht und unregelmäßig schläft, hat die ungünstigsten Stoffwechselwerte. Das zeigt eine Auswertung von knapp 12.000 Erwachsenen mit Bewegungssensor. Mit einem Zwei-Wochen-Protokoll finden Sie Ihren größeren Hebel.

Warmes Bad statt Training? Was eine Arthrose-Studie über Hitze und Blutdruck zeigt
Bei Menschen mit schwerer Arthrose senkten zwölf Wochen warmer Bäder den Ruheblutdruck etwa so stark wie Intervalltraining. Was die Studie zeigt, für wen sie interessant ist und wo ihre Grenzen liegen.

Blutdruck beim Belastungstest: Wann ein hoher Wert wirklich zählt
Wie hoch Ihr Blutdruck auf dem Laufband steigt, sagt allein wenig. Aussagekräftig wird er erst im Verhältnis zur Leistung, die Sie dabei erreichen.

LDL-Last über die Jahre: warum der Verlauf mehr zählt als ein Einzelwert
Für Ihre Gefäße zählt nicht nur, wie hoch Ihr LDL heute ist, sondern wie lange es wie hoch war. So rechnen Sie Ihre persönliche LDL-Last aus alten Befunden nach.

Omega-3 für die Stimmung? Was 40 Studien zur bipolaren Störung zeigen
Ein belegter Stimmungsstabilisierer ist Omega-3 nicht. Eine Übersichtsarbeit fand ermutigende und enttäuschende Studien – mit Dosen weit über üblichen Kapseln.

Wie viel trinke ich wirklich? AUDIT-C und PEth-Bluttest im Check
Am ehrlichsten wird Ihre Bilanz mit zwei Werkzeugen zusammen: dem AUDIT-C-Fragebogen und, wenn es einen medizinischen Anlass gibt, dem PEth-Bluttest. Der Test misst den jüngsten Konsum verlässlich. Er ergänzt Ihre Angaben aber nur und fällt kein Urteil.

Alkohol und Krebs: Welche Krebsarten, ab welcher Menge?
Große Auswertungen von Beobachtungsstudien verbinden Alkohol mit einem höheren Risiko für zehn Krebsarten. Auch wenig Alkohol zählt: In einer Metaanalyse lag das Brustkrebsrisiko schon bei leichtem Konsum um 13 Prozent höher. Am sichersten belegt ist der Zusammenhang für Mund, Rachen und Kehlkopf.

Vorhofflimmern: Warum Alkohol das Herz aus dem Takt bringt
Ja, Herzstolpern kann mit Alkohol zusammenhängen. Für Vorhofflimmern zeigt eine große Metaanalyse keine schützende Menge, sondern ein Risiko, das mit dem Konsum steigt. Wiederkehrendes Stolpern sollten Sie mit einem EKG abklären lassen.

Senkt Bewegung das LDL? Was eine Hausarzt-Studie zeigt und was nicht
Sehr aktive Hausarztpatienten hatten in einer Querschnittsstudie ein rund 15 % niedrigeres LDL als wenig aktive. Das ist ein relevanter Unterschied. Ob Bewegung ihn verursacht, zeigt die Studie aber nicht. Wenn Ihr Risiko hoch ist, ersetzt Bewegung keine Therapie.

Mal 125, mal 150: Was Blutdruckschwankungen über Ihr Herz verraten
Starke Schwankungen sind ein eigenes Warnsignal, unabhängig vom Mittelwert. Der Durchschnitt bleibt trotzdem die wichtigste Größe. Ob eine gezielte Senkung der Schwankung Herzinfarkte verhindert, ist nicht belegt.

Blutdruck zu Hause messen und übermitteln: Bringt Telemonitoring weniger Herzinfarkte?
Wahrscheinlich lohnt es sich, wenn die Werte in der Behandlung ankommen. In einer großen Registerauswertung kamen Telemonitoring-Nutzer seltener mit Herzinfarkt, Schlaganfall oder Herzschwäche ins Krankenhaus oder starben daran. Ein Beweis für Ursache und Wirkung ist das nicht.

Chronischen Stress messen: Was Blutwerte, Fragebögen und Burnout-Tests leisten
Einen einzelnen objektiven Test für chronischen Stress oder ein drohendes Burnout gibt es nicht. Blutwerte und Fragebögen liefern Hinweise. Eine Diagnose ersetzen sie nicht.

Dauerstress und Zellalterung: Was die Forschung zeigt und was Sie tun können
Ja, chronischer Stress hängt mit mehreren Kennzeichen der Zellalterung zusammen. Achtsamkeit, Mittelmeerkost und Training verändern in Studien messbare Marker. Ob Sie dadurch gesünder bleiben, ist noch offen.

Ein Glas am Tag gesund? Warum die J-Kurve beim Alkohol wackelt
Nein, so pauschal stimmt das nicht. Die J-Kurve zeigt sich nur bei einigen Erkrankungen. Sie stammt aus Beobachtungsdaten und lässt sich zu großen Teilen durch Verzerrungen erklären.

Fettleber vorbeugen: Was jede zusätzliche 1.000 Schritte bringen
Mehr Gehen geht mit einem geringeren Risiko für eine Fettleber einher, auch unabhängig vom Gewicht. In einer UK-Biobank-Studie mit 91.031 Teilnehmenden lag das Risiko je 1.000 Schritte um 12 % niedriger. Dass die Schritte die Ursache sind, ist damit nicht bewiesen.

Fettleber und Wein: Warum Alkohol bei Stoffwechselrisiken schwerer wiegt
Wahrscheinlich ja: Wenn Sie eine Fettleber oder Übergewicht haben, ist auch moderates Trinken nach heutigem Studienstand riskanter als bei stoffwechselgesunden Menschen. Alkohol und gestörter Stoffwechsel belasten Leber und Herz auf getrennten Wegen, die sich addieren können.

Zunehmen nach dem Rauchstopp: Ab wie viel Kilo es für Ihre Fitness im Alter zählt
In einer großen US-Langzeitstudie hatten Aufhörer mit bis zu 5 Kilo Zunahme das niedrigere Risiko. Bei mehr als 10 Kilo war ihr Risiko, gebrechlich zu werden, fast doppelt so hoch. Aufhören bleibt trotzdem der wichtigste Schritt. Behalten Sie danach Gewicht und Kraft im Blick.

Im Ziel oder nicht? Wenn LDL, Non-HDL und ApoB Verschiedenes sagen
Keinem Wert allein. Die drei Werte messen Verschiedenes. Deshalb ist eine Abweichung selbst ein Befund und kein Messfehler. Welcher Zielwert für Sie zählt, hängt von Ihrer Risikoklasse und Ihren Begleiterkrankungen ab. Das klären Sie am besten mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Lipoprotein(a): Warum ein einziger Bluttest im Leben sinnvoll sein kann
Für viele Erwachsene kann sich eine einmalige Lp(a)-Messung lohnen. Der Wert ist weitgehend erblich festgelegt und erhöht das Herz-Kreislauf-Risiko unabhängig vom LDL. Ein hoher Wert lässt sich bisher nicht mit belegtem Nutzen senken. Er ist aber ein guter Grund, LDL bzw. ApoB und den Blutdruck strenger einzustellen.

Nach dem Rauchstopp: Wann sich Entzündung, Blutfette und Herz erholen
Laut Studien bessern sich erste Laborwerte nach ein bis zwei Wochen und Entzündungsmarker nach etwa 2 bis 12 Wochen. Blutfette und Blutbild folgen nach 3 bis 8 Monaten. Veränderungen am Herzen zeigen sich im EKG erst über Jahre.

Nur der untere Wert ist zu hoch: Muss isolierter diastolischer Bluthochdruck behandelt werden?
Ein unterer Wert ab 80 mmHg ist nicht automatisch harmlos, auch wenn der obere Wert unter 130 mmHg liegt. Eine Metaanalyse aus 51 randomisierten Studien zeigt: Bei diesem Muster senkte eine Blutdrucksenkung das Herz-Kreislauf-Risiko ähnlich stark wie bei anderen Menschen. Ob Sie selbst eine Behandlung brauchen, klären Sie ärztlich.

Fischöl für mehr Kraft? Was Omega-3 für die Muskeln ab 50 bringt – und was nicht
Wenn Sie regelmäßig Krafttraining machen, kann Omega-3 aus Fischöl laut Studien einen kleinen Zusatznutzen für die Muskelkraft bringen. Spürbare Kraftsprünge sind nicht zu erwarten, und es gibt bisher nur wenige Studien dazu.

ApoB statt LDL: der bessere Risikomarker
Warum ein einzelner Wert oft mehr über das kardiovaskuläre Risiko sagt als das gesamte Standardprofil.

Omega-3 in den Wechseljahren: Was EPA und DHA für Gehirn, Schlaf und Stimmung leisten können
Möglicherweise, aber gesichert ist es nicht. Die bisherigen Daten deuten auf einen Nutzen von Omega-3 für das Gehirn hin. Kontrollierte Studien zu den Wechseljahren selbst gibt es aber nur wenige. Dosis und bester Zeitpunkt sind offen.

Deep Dive: Lipidprofil richtig lesen
ApoB, Lp(a) und Non-HDL – welche Werte in welcher Reihenfolge zählen.

Psilocybin statt Nikotinpflaster? Was die Johns-Hopkins-Studie zeigt – und was nicht
Die Zahlen sind auffällig, aber vorläufig: In einer kleinen Pilotstudie waren nach sechs Monaten 40,5 % statt 10 % rauchfrei. Eine Option für Sie ist Psilocybin derzeit nicht. In Deutschland ist es keine zugelassene Therapie.

Schon herz- oder lungenkrank: Lohnt sich der Rauchstopp jetzt noch?
Nach den vorliegenden Daten lautet die Antwort Ja. In einer US-Beobachtungsstudie mit 2.319 Erkrankten starben Menschen, die nach der Diagnose aufhörten, seltener an Herzkrankheiten (AHR 0,59). Der Nutzen scheint mit jedem rauchfreien Jahr zu wachsen.

Blutdruck: der stillste Risikofaktor
Wenige Millimeter Quecksilbersäule entscheiden über Jahrzehnte.

Rauchstopp-Hilfen im Vergleich: Medikamente, E-Zigarette, App – was wirklich wirkt
Die Studien sprechen am stärksten für Beratung plus Medikament. Die E-Zigarette mit Nikotin schnitt in Meta-Analysen besser ab als Pflaster und anderer Nikotinersatz. Eine App eignet sich nach den bisherigen Daten nur als Ergänzung.

Reines EPA oder EPA plus DHA? Warum sich zwei große Herzstudien widersprechen
Ob hochdosiertes Omega-3 Menschen mit hohem Herzrisiko hilft, ist offen. REDUCE-IT fand mit reinem EPA weniger schwere Herz-Kreislauf-Ereignisse, STRENGTH mit EPA plus DHA keinen Nutzen. Den Grund kennt bisher niemand sicher.

Deep Dive: Blutdruck ohne Medikation senken
Die Effektstärken von Salz, Bewegung, Gewicht und Alkohol im direkten Vergleich.

Sauna bei hohem Blutdruck oder CRP: ein Ausgleich mit klaren Grenzen
Nur zum Teil. In einer finnischen Kohortenstudie war bei Männern mit erhöhtem CRP und häufigem Saunieren kein erhöhtes Sterberisiko mehr erkennbar. Bei einem Blutdruck ab 140 mmHg blieb das Risiko aber erhöht. Eine Behandlung ersetzt die Sauna nicht.

Sauna nach dem Training: Was 15 Minuten Hitze zusätzlich bringen
Das Training bleibt die Grundlage. In einer kleinen finnischen Studie brachten 15 Minuten Sauna danach aber messbar mehr: mehr Ausdauer, einen niedrigeren systolischen Blutdruck und weniger Cholesterin als Training allein.

Sauna bei Typ-2-Diabetes: Was Hitze mit dem Blutzucker macht – und was nicht
Nein, nach heutiger Studienlage senkt ein Saunagang den Blutzucker nicht. In einer kleinen randomisierten Studie stieg der Zucker nach 40 Minuten Infrarotkabine sogar stärker an. Für den Blutdruck sieht es günstiger aus.

Schritte für die Stimmung: Ab wie vielen am Tag sich etwas zeigt
Ab etwa 5.000 Schritten am Tag zeigen Studien weniger depressive Beschwerden. Am deutlichsten ist der Unterschied zwischen 7.500 und 9.999 Schritten. Ob das Gehen die Ursache ist, bleibt offen. Gehen kann eine Behandlung ergänzen, aber nicht ersetzen.

Nach dem Hüftbruch: Welche Schrittzahlen auf eine gute Erholung hindeuten
Nach einem Hüftbruch im hohen Alter sind schon wenige Schritte ein gutes Zeichen. In einer Beobachtungsstudie mit über 75-Jährigen hingen mehr als 150 Schritte täglich im ersten Monat, 425 im dritten und 2.404 im sechsten Monat mit besserer Alltagsfunktion zusammen. Achten Sie dabei auf den Verlauf über Wochen. Die Zahlen sind kein Fitnessziel.

Omega-3: differenzierter als die Schlagzeilen
Dosis, Form und Ausgangsstatus entscheiden – deshalb widersprechen sich die Studien scheinbar.

Ehrenamt, Arbeit, Nachbarschaft: Wie soziale Teilhabe Stressfolgen im Alter abfedert
Ja, aber nur zum Teil. In einer US-Langzeitstudie mit 14.537 älteren Menschen hing eine hohe körperliche Stresslast über rund zehn Jahre mit schlechterem Altern zusammen. Wer arbeitete, sich ehrenamtlich engagierte und sein Wohnumfeld als sicher empfand, glich davon in der Analyse etwa 12 % aus. Teilhabe ist damit ein Baustein. Ein Schutzschild ist sie nicht.

Deep Dive: Omega-3-Index als Steuergröße
Zielbereich, Nachmessung und die Unterschiede zwischen Präparateformen.

Stress macht das Blut gerinnungsfreudiger? Eine kleine Laborstudie eingeordnet
Kurz gesagt: Akuter Stress kann die Gerinnung im Labor messbar verändern. Gezeigt hat das eine Studie mit nur acht gesunden jungen Männern. Ob dadurch mehr Gerinnsel entstehen, hat sie nicht geprüft. Für Alarm reicht der Befund nicht.

Sauna: Hitze als kardiovaskuläres Training
Finnische Kohortendaten zeigen eine bemerkenswerte Dosis-Wirkungs-Beziehung.

Vor der Operation: Warum Ihr Stresslevel fürs Herz zählt – und was Sie ansprechen können
Ja, starke psychische Belastung vor einer planbaren Operation ging in Beobachtungsdaten mit mehr Herz-Kreislauf-Komplikationen einher. Ob gezielter Stressabbau davor schützt, ist nicht geprüft. Sprechen Sie Ihre Belastung im Vorgespräch offen an.

Deep Dive: Hitze- und Kälteprotokolle einordnen
Was belegt ist, was plausibel ist und wo die Vermarktung die Evidenz überholt.

Schrittzahl: warum 10.000 eine Marketingzahl ist
Die Kurve flacht deutlich früher ab, als die bekannteste Zahl der Fitnesswelt suggeriert.

Deep Dive: Bewegungsintensität, Sitzzeit und Kadenz
Warum Schritte pro Minute mehr aussagen als Schritte pro Tag.
Auch: Herz, Kreislauf, Gefäße, kardiovaskulär